Hier können Sie sich über unsere kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsmethoden informieren.

Foto von buntem Holzsspielzeug
Psychotherapie kann ganz unterschiedlich aussehen. (Foto: Selma Kalhorn)
Eine Person steht an der Tafel und erklärt etwas.
Wissen über die Erkrankung zu haben bildet die Basis für eine erfolgreiche Behandlung. (Bild: Colorbox)

Am Anfang des Therapieprozesses findet eine Psychoedukation mit dem Kind/Jugendlichen und den Eltern statt. (Bei Jugendlichen ab 15 Jahren kann die Therapie auch ohne Erziehungsberechtigte ablaufen.)

Bei der Psychoedukation geht es darum, dass die Kinder und Jugendlichen zu Expertinnen und Experten ihrer eigenen psychischen Erkrankung werden. Deshalb werden wichtige Merkmale der Erkrankung erklärt und es wird geschaut, wie sich diese bei dem Kind äußern. Auch allgemeine Informationen zu Rahmenbedingungen der psychotherapeutischen Behandlung werden durch den Therapeuten oder die Therapeutin vermittelt. Außerdem wird gemeinsam überlegt, was mögliche Schritte der Therapie sein könnten.

Bei kognitiven Interventionen stehen unsere Gedanken im Mittelpunkt. Was und wie wir denken steht in enger Verbindung damit, wie wir uns fühlen und verhalten. Deshalb wird mithilfe verschiedener Methoden (z.B. Tagebuchtechniken) gemeinsam erarbeitet, was die Kinder bzw. Jugendlichen in bestimmten Situationen denken und ob es z.B. andere, hilfreichere Gedanken gäbe.

Kopf in dem sich Zahnräder drehen
Eigene Gedanken zu hinterfragen, kann hilfreich sein. (Bild: Colorbox)

Die Exposition ist eine Behandlungsmethode, die beispielsweise bei Angst- und Zwangserkrankungen sehr wirksam ist. Dabei ist das Ziel, dass sich das Kind einer bestimmten Situation, die sonst vermieden wird, bewusst stellt. Hintergrund dieser Methode ist es, dass die Kinder/Jugendliche dadurch die Möglichkeit haben, neue Erfahrungen mit der Situation zu sammeln und beispielsweise Ängste abzubauen.

Selbstverständlich geschieht die Konfrontation nicht plötzlich und unerwartet, sondern wird behutsam, Stück für Stück vorbereitet und durch den Therapeuten oder die Therapeutin begleitet. Für die meisten Kinder oder Jugendlichen ist die Konfrontation zunächst mit Ängsten verbunden, deswegen wird das Vorgehen und die Wirkweise der Technik ausführlich besprochen und die Exposition wird natürlich durchgeführt, wenn das Kind einverstanden ist.

Illustration von einem roten Hund
Es kann sich lohnen, sich seinen Ängsten zu stellen. (Bild: Colorbox)

Bei manchen psychischen Erkrankungen (z.B. Depressionen) haben die Betroffenen keine Freude mehr an Hobbys, Unternehmungen oder anderen Aktivitäten. Da es sich aber in der Regel positiv auf die Stimmung auswirkt, aktiv zu sein, wird bei dieser Therapiemethode gemeinsam überlegt, welche Aktivitäten dem Kind/Jugendlichen Spaß machen und guttun könnten (z.B. Sport, ein neues Hobby...) und wie erreicht werden könnte, dass diese regelmäßig(er) durchgeführt werden.

Illustration von einem Mädchen, das seine Zimmerpflanzen gießt.
Angenehme Aktivitäten können ganz unterschiedlich aussehen. (Bild: Colorbox)
Illustration von einer Kindergruppe im Kreis
In der Gruppe kann man voneinander lernen. (Bild: Colorbox)

Manche Kinder und Jugendliche sind sich unsicher, wie sie sich in sozialen Situationen verhalten sollen (z.B. wenn es darum geht, ein Gespräch zu beginnen, um Hilfe zu bitten oder auf Kritik zu reagieren).

Im Sozialen Kompetenztraining werden auf kreative Weise soziale Fertigkeiten und deren Einsatz geübt. Dazu werden beispielsweise Rollenspiele eingesetzt. Das Training kann in Gruppen- oder Einzelsitzungen stattfinden.

Eine psychische Erkrankung eines Kindes kann sich auf die Interaktionen in der Familie auswirken, beispielsweise wenn es dadurch häufiger zu Streitigkeiten kommt oder bestimmte Aktivitäten nicht mehr möglich sind (z.B. bei Angststörungen).

Andersherum zeigen Forschungsergebnisse auch, dass das Erziehungsverhalten der Eltern die Entwicklung und das Verhalten der Kinder und somit auch den Verlauf psychischer Erkrankungen beeinflussen kann. Häufige Herausforderungen, vor denen Eltern stehen, sind zum Beispiel eine hohe Stressbelastung oder Unsicherheiten im Umgang mit Konfliktsituationen.

Elterntrainings können dabei helfen, das Klima innerhalb der Familie zu verbessern, zum Beispiel indem gemeinsam überlegt wird, wie man im Familienalltag Raum für positive Erlebnisse schaffen kann oder an welchen Stellen Eltern für sich „sorgen“ können, um weniger Stress zu erleben. Auch das Üben von hilfreichem Verhalten in Streitsituationen oder Themen wie „mit Kindern über Gefühle reden“ können Bestandteil eines Elterntrainings sein. Elterntrainings finden meistens in einer Gruppe mit anderen Eltern statt, sodass man sich gegenseitig austauschen und voneinander lernen kann.

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