Aktuelle Forschungsprojekte

In unserer Arbeitsgruppe widmen wir uns einer Vielzahl von Themen rund um das Gebiet psychischer Störungen und psychischer Gesundheit im Kindes- und Jugendalter.

Illustration von einem Jungen, der im Bett liegt und mit einem ängstlichen Gesichtsausdruck seine Bettdecke hält.
Illustration von einem Mädchen, das lächelt und eine grüne Pflanze in seiner Hand hält.
Illustration von einem Mädchen, das im Regen steht und einen grünen Schirm in der Hand hat.

Forschungsmethoden und Labore

In unseren Forschungsstudien setzen wir verschiedene moderne Methoden ein.

In all unseren Studien nutzen wir Fragebogenverfahren und Interviews. Damit möchten wir erfassen wie Kinder, Jugendliche, Eltern oder Lehrkräfte Situationen erleben und bewerten. So interessiert uns z.B., welche Gefühle Kinder häufig empfinden und wie sie mit diesen Gefühlen umgehen. Lehrkräfte und Eltern fragen wir oft danach, welche Stärken und Schwächen sie bei Kindern sehen. Während wir in manchen Studien Fragebögen klassisch in Papierform einsetzen, nutzen wir auch häufig die Form einer Onlineumfrage, um möglichst viele Kinder, Jugendliche oder Eltern zu erreichen und eine einfache Beantwortung zu Hause zu ermöglichen.

Foto von der Hand eines Kindes, das etwas aufschreibt.
Bearbeitung eines Fragebogens (Foto: Colorbox)

Psychische Prozesse haben oft auch unmittelbare Auswirkungen darauf, wie unser Körper reagiert. Das ist besonders bei starken Emotionen wie Angst, Ärger oder Freude zu spüren, die zu einer Reaktion unseres autonomen Nervensystems führen. Das kann sich unter anderem in einem schnellen Herschlag, schwitzigen Händen oder einer schnellen Atmung bemerkbar machen. Auf der anderen Seite nutzen wir Menschen die Rückmeldungen aus unserem Körper häufig, um Situationen einzuschätzen. Daher sind körperliche Reaktionen eine wichtige Informationsquelle im Zusammenhang mit psychischen Prozessen. In unseren Laboren messen wir Parameter wie kardiale Maße (Herzschlag, Cardiac-Output, Pre-Ejection Period), Hautleitfähigkeit (SCL), Respiration oder körperliche Bewegung. All diese Parameter werden über das Anbringen von Elektroden auf der Haut gemessen, was nicht schmerzhaft oder beeinträchtigend ist. Die meisten Kindern finden das sogar lustig!

Foto von einer Hand, an der Messelektroden befestigt sind.
Messung der Hautleitfähigkeit (Foto: Colorbox)

Eyetracker sind kleine Kameras, die erfassen, wo Kinder und Jugendliche hinschauen, wenn sie bestimmte Aufgaben machen oder sich Dinge anschauen. Der Eyetracker befindet sich entweder an einem Computerbildschirm oder in einer so genannten Eyetracking-Brille. Damit können wir besonders gut erfassen, wo Kinder hinschauen, wenn Sie sich in sozialen Situationen mit anderen Kindern befinden oder Alltagsaufgaben machen.

Foto von einem Mädchen, das auf einen Bildschirm schaut, an dem ein Eyetracking-Gerät befestigt ist.
Blickbewegungsmessung am Computer (Foto: Selma Kalhorn)

Bei dem EEG handelt es sich um eine Methode, mit deren Hilfe sich Hirnströme sichtbar machen lassen. Wenn das Gehirn aktiv ist, entsteht immer elektrische Spannung. Diese wird bei dem EEG mithilfe von Elektroden auf der Kopfhaut abgeleitet und aufgezeichnet. Das Verfahren ist nicht schmerzhaft oder beeinträchtigend. In unseren Studien hilft uns das EEG dabei, zu ermitteln, wie das Gehirn von Kindern und Jugendliche zum Beispiel auf ein bestimmtes Bild oder eine Aufgabe reagiert. Dafür schauen die Kinder und Jugendlichen während der EEG-Ableitung zum Beispiel Filme oder lösen Aufgaben am Computer. Dabei sitzen sie in der sogenannten "EEG-Kammer", in der sichergestellt wird, dass keine Störsignale die Aufzeichnung beeinflussen. 

Foto von einer EEG-Haube mit Kabeln und Elektroden
EEG-Haube (Foto: Colourbox)

Um das Verhalten von Kindern in konkreten sozialen Situationen erfassen zu können, nutzen wir in unseren Studien auch Methoden der strukturierten Verhaltensbeobachtung. In einer vorgegebenen spielerischen Situation untersuchen wir dabei z.B. ob und in welchen Situationen Kinder anderen helfen, ob sie kooperieren oder auch ob sie einen Wunsch oder ein Bedürfnis ausdrücken können. Häufig verwenden wir in diesen Situationen Handpuppen als soziale Interaktionspartner der Kinder oder Bildergeschichten zur Illustration der sozialen Situation. 

Foto von einer Handpuppe mit roten Haaren.
Spielerische Methode (Foto: Selma Kalhorn)

Während wir psychische Prozesse bei Kindern, Jugendlichen und Eltern häufig bei uns im Labor untersuchen, interessiert uns auch, was Kinder fühlen und denken, wenn sie in ihrem normalen Alltag sind. Daher nutzen wir alltagsnahe Messungen als Ergänzungen zu unseren Laborstudien, mit denen wir sowohl Gefühle, Gedanken als auch körperliche Maße wie den Herzschlag erfassen können. Dazu nutzen wir beispielsweise kindgerechte Mobiltelefone, mit deren Hilfe wir Kinder anrufen und interviewen oder die Kinder tragen während ihres normalen Alltags kleine Sensoren unter ihrer Kleidung, die ihren Herzschlag messen.

Foto von Hand, die etwas auf einem Smartphone tippt.
Smartphonegestützte Befragung (Foto: Colorbox)