Forschung 

Aktuelle Projekte


Relating-Therapie bei Stimmenhören

Prof. Dr. Cornelia Exner, Lydia Schneider (M.Sc.), Kooperationsprojekt mit der Universität Hamburg (Prof. Dr. Tania Lincoln)

Relating Therapy ist ein neuer psychotherapeutischer Ansatz für Menschen, die belastende Stimmen hören. Die Studie untersucht, ob Relating Therapy den Betroffenen hilft, die Belastung durch die Stimmen zu reduzieren. Dabei soll Relating Therapy die bisherige Behandlung nicht ersetzen, sondern stellt ein zusätzliches Therapieangebot dar. Mit dieser Studie beteiligen wir uns an einer multizentrischen Therapiestudie der Universität Hamburg zur Reduktion der Belastung durch Stimmenhören (Projektleiterin: Prof. Dr. Tania Lincoln).

Störungsmechanismen bei Pathologischem Horten

Dr. Jana Hansmeier, Prof. Dr. Cornelia Exner

Betroffene, die an Pathologischem Horten leiden, haben Schwierigkeiten, sich von Besitztümern zu trennen, auch wenn diese nicht von monetärem Wert oder hoher Nutzbarkeit sind. Das Pathologische Horten wird wie die Zwangsstörung den Zwangsspektrumsstörungen zugeordnet und im Klassifikationssystem DSM-5 als eigenständige Diagnose behandelt. Dennoch ist unklar, über welche spezifischen Faktoren das Störungsbild des Pathologischen Hortens ausgelöst und aufrechterhalten wird. Diese Studie hat das Ziel, störungsrelevante Faktoren (wie z.B. erhöhte Objektbindung, mangelnde Emotionsregulation) in Stichproben mit Pathologischem Horten, Zwangsstörung und gesunden Kontrollprobanden zu untersuchen und setzt dabei auch einen neu entwickelten Fragebogen zur Objektintegration in das Selbstkonzept ein. Im Ablauf werden zunächst die Diagnosen durch ein klinisches Interview (per Telefon) erfasst. Die Fragebögen können anschließend online oder im Papierformat ausgefüllt werden.

Kontakt bei Fragen oder Interesse an einer Studienteilnahme: sammelzwang.studie(at)uni-leipzig.de

Entscheidungsverhalten bei Pathologischem Horten

Dr. Jana Hansmeier, Prof. Dr. Cornelia Exner

Menschen, die an pathologischem Horten leiden, haben Schwierigkeiten, sich von Besitztümern zu trennen, auch wenn diese nicht von monetärem Wert oder hoher Nutzbarkeit sind. Als ätiologischer Faktor werden unter anderem Schwierigkeiten im Entscheidungsverhalten diskutiert. Nach dem kognitiv-behavioralen Modell des Pathologischen Hortens wird das Antizipieren und Erleben von Emotionen (wie z.B. Reue) als aufrechterhaltend angenommen, allerdings bleibt das Auftreten während einer Entscheidungssituation unklar. Eine Umsetzung mit einem sammelzwangspezifischem Entscheidungs-Szenario scheint dabei besonders relevant. Die Bindung an Objekte, die Gegenstand der Entscheidung sind, könnte dabei das Auftreten von Emotionen beeinflussen. Das Ziel dieser Studie ist, zunächst ein neu entwickeltes sammelzwangspezifisches Entscheidungsexperiment zu validieren und dieses später an einer klinischen Stichprobe mit Pathologischem Horten zu untersuchen.

Kontakt bei Fragen oder Interesse an einer Studienteilnahme: entscheidungsstudie(at)uni-leipzig.de

Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung von Metakognitionen bei der Körperdysmorphen Störung

Dr. Jana Hansmeier, Prof. Dr. Cornelia Exner, Prof. Dr. Christian Stierle (IUBH Internationale Hochschule)

Die körperdysmorphe Störung ist gekennzeichnet durch eine übermäßige Beschäftigung mit einer befürchteten Entstellung der äußeren Erscheinung, die für andere Menschen nicht sichtbar ist. Nach dem metakognitiven Ansatz von Wells spielen dysfunktionale Metakognitionen zum Umgang mit Gedanken und Verhaltensreaktionen eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen. Erste Befunde deuten darauf hin, dass diese auch bei der körperdysmorphen Störung eine Rolle spielen können. Allerdings existiert bislang kein Messinstrument, welches spezifisch die bei der körperdysmorphen Störung relevanten Metakognitionen erfasst. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung psychometrischer Eigenschaften eines neu entwickelten Fragebogens zur Erfassung von Metakognitionen bei der körperdysmorphen Störung. Dazu sollen sowohl gesunde Personen als auch Personen mit aussehensbezogenen Ängsten und mit körperdysmorpher Störung in einer Online-Fragebogenstudie befragt werden.

Link zur Studie: https://ww2.unipark.de/uc/kds_mobil_fragebogen/ 

Vergleichende Therapiestudie zur kognitiven Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen

Prof. Dr. Cornelia Exner, Prof. Dr. Julia Glombiewski (Universität Landau)

Eine Zwangserkrankung ist mit einer großen Belastung für Betroffene und deren Umfeld verbunden. Häufig werden starke Beeinträchtigungen in der Bewältigung des Alltags und bei Aktivitäten in Beruf und Freizeit von Zwangserkrankten berichtet. Erfolglose Versuche, sich von den Zwängen zu befreien, haben häufig ein großes Gefühl der Hilflosigkeit zur Folge. Ein möglicher Ansatz zur Bewältigung von Zwängen ist die kognitive Verhaltenstherapie, die sich in der Behandlung von Zwangserkrankungen bereits als wirksam erwiesen hat. In einer Studie an den psychotherapeutischen Hochschul-Ambulanzen der Universitäten Marburg und Leipzig werden zwei verhaltenstherapeutische Behandlungsformen in ihrer Wirksamkeit verglichen. Beide Therapieformen entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft und Patienten konnten durch ihre Behandlung in vorherigen Studien bei beiden Behandlungsformen bereits beachtliche Verbesserungen erzielen. Ziel des Projektes ist es, bewährte Therapieverfahren zur Behandlung der Zwangserkrankung zu optimieren.

Weiterführung: ja (in Kooperation mit der Universität Landau)

Finanzierung: DFG EX 17/6-1 und GL 607/7-1

Evaluation eines verhaltenstherapeutischen Gruppentherapieprogramms für Erwachsene mit ADHS

Evaluation eines verhaltenstherapeutischen Gruppentherapieprogramms für Erwachsene mit ADHS

Prof. Dr. Cornelia Exner, Dipl.-Psych. Simone Heine

ADHS im Erwachsenenalter ist neben den drei Kernsymptombereichen Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und motorische Hyperaktivität durch affektive Dysregulation und einen Mangel an Organisation und Planung gekennzeichnet. Die komplexe psychiatrische Symptomatik kann zu Funktionseinschränkungen in fast allen Lebensbereichen führen und stellt einen Risikofaktor für die Entwicklung komorbider Störungen dar. Da eine medikamentöse Therapie vorrangig die Kernsymptome verbessert und 20-50 % der Betroffenen sich als Non-Responder erweisen, empfehlen die deutschen Leitlinien eine Kombinationsbehandlung bestehend aus Psychopharmaka und Psychotherapie.

Ziel der aktuellen Studie ist die weitere Reduktion der Restsymptomatik bei bestehender Medikation durch anerkannte und evidenzbasierte Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie.

Die Psychotherapiestudie umfasst bis zu 12 wöchentliche Gruppensitzungen und basiert auf dem Therapiekonzept von Safren et al. (2010), dessen Wirksamkeit im Einzelsetting bereits belegt werden konnte.

Zentrale Bestandteile des Konzepts sind Psychoedukation zum Thema ADHS und das Erlernen konkreter, alltagsorientierter Strategien zum Umgang mit Unaufmerksamkeit, Desorganisation, Impulsivität und Emotionsregulationsstörungen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel / Stipendium

Emotionserleben und Emotionsregulation bei kontaminationsbezogenen Zwangsstörungen

Prof. Dr. Cornelia Exner, Dipl.-Psych. Jakob Fink

Bisher wurden die Zwangsstörungen der Gruppe der Angststörungen zugeordnet. Allerdings konnte gezeigt werden, dass die Zwangsstörungen ein sehr heterogenes Symptombild aufzeigen. Insbesondere bei der Untergruppe der kontaminationsbezogenen Zwänge zeigen erste Forschungsarbeiten, dass nicht Angst die primär erlebte Emotion zu sein scheint, sondern Ekel.

Im aktuellen Forschungsprojekt soll überprüft werden, in welchem Zusammenhang die beiden Emotionen Ekel und Angst bei den kontaminationsbezogenen Zwängen stehen und welche Emotion primär erlebt wird. Des Weiteren sollen emotionsspezifische Interventionsstrategien entwickelt und getestet werden. Ziel ist es durch ergänzende Maßnahmen die Responderrate auf die Kognitive-Verhaltenstherapie bei kontaminationsbezogenen Zwangserkrankten zu verbessern.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel / Stipendium

Perspektivübernahme, Empathie und Mitgefühl bei Zwangsstörungen

Perspektivübernahme, Empathie und Mitgefühl bei Zwangsstörungen
Prof. Dr. Cornelia Exner, M.Sc. Maike Salazar Kämpf

Zu den Hauptfaktoren für ein glückliches Leben gehören soziale Kontakte. Menschen mit Zwangserkrankung spüren jedoch häufig negative Auswirkungen der Krankheit in ihrem sozialen Umfeld. Krankheiten und emotional belastende Situationen fördern eine selbstbezogene Orientierung, Rumination und eine starke Problembezogenheit, zudem sagt dysfunktionale Emotionsregulation das vermehrte Auftreten von negativen Emotionen, wie Stress und Angst, vorher. In diesem Forschungsprojekt soll untersucht werden, inwieweit die Zwangserkrankung Auswirkungen auf Perspektivübernahme, Empathie und Mitgefühl hat und inwiefern sich dies durch Psychotherapie verändert. 

Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Emotionsregulation und Sozialer Interaktion besser zu verstehen, um Betroffene besser unterstützen zu können.

Weiterführung: Ja

Finanzierung:   Haushalt/Stipendium


letzte Änderung: 31.03.2021 

Studienteilnehmer gesucht

Wir suchen derzeit Versuchspersonen zur Studienteilnahme an verschiedenen Projekten.