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Damit auch dieses Jahr und trotz fehlender Einnahmen das Schmetterlingshaus lebendig wird, hat der Förderkreis des Botanischen Gartens letzte Woche eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Bereits jetzt ist das 5.000-Euro-Ziel erreicht und pünktlich zum Eröffnungswochenende werden die ersten Schmetterlinge für die kleinen und großen Gäste fliegen. Die Aktion läuft noch bis zum 12. Juni.

Die Atmosphäre ist eine ganz besondere im Schmetterlinghaus im Botanischen Garten. Tropenfeeling auch ohne Langstreckenflug mit warmen Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, viel Grün und den freifliegenden Schmetterlingen, die bei Alt und vor allem Jung so beliebt sind. Wie ein kleiner Kurzurlaub fühlt sich der Besuch im Haus an, doch in diesm Jahr droht die Fülle der Schmetterlinge zu wackeln. Das Haus wird vom Förderkreis des Botanischen Gartens betrieben und der wurde durch die coronabedingten Schließungen hart getroffen. Seit Beginn der Pandemie 2020 durften die Tropenhäuser nur 3 Monate öffnen, da fehlen Eintrittsgelder, durch die sich der Verein finanziert und langsam werden die Reserven knapp.

Ein Dienstag im Mai 2012. Die erste Puppenlieferung seit September 2020 ist gerade eingetroffen, das Paket wird geöffnet und 132 Schmetterlingspuppen, vornehmlich Passionsblumenfalter, werden behutsam aus ihren Schaumstoffmulden gehoben und an die hängenden Korkeichenstämme angenadelt. Die Stämme werden aus dem Arbeitsbereich ins Schmetterlingshaus überführt und mit feinem Wassernebel angesprüht. Was bis dahin noch leblos und wie vertrocknete Blätter aussah, erwacht sofort zum Leben: es zappelt und wackelt in den Puppen, die den Reiz erkannt haben und schon einmal versuchen, ob es schon Zeit ist, zu schlüpfen. Ab sofort kümmert sich jeden Tag jemand um die Tiere: sie werden angesprüht, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten und das Schlüpfen zu erleichtern, es wird kontrolliert, ob sich die schlüpfenden Falter ordentlich entwickeln und es wird für Nahrung gesorgt - sowohl Obst und Nektarlösung für Falter als auch Futterpflanzen für die Raupen stehen bereit.

Wie es weiter geht im Schmetterlingshaus ist in diesem Jahr aber leider fraglich. Da sich nicht alle Schmetterlinge im haus vermehren und dieser Prozess auch einige Zeit dauert, müssen konstant Puppen zugekauft werden. Da aber die finanzielle Lage des Fördervereines delikat ist, bittet er nun um die Milthilfe der vielen Besucher, die sich Jahr für Jahr am bunten Flattertreiben erfreuen. Dazu wurde eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext ins Leben gerufen und unter dem passenden Namen „Lass die Schmetterlinge fliegen“ veröffentlicht.

Der Förderverein hofft auf mindestens 10.000 Euro, um die gesamte Saison mit Puppenlieferungen und Futter für die Tiere gewährleisten zu können. Wenn mehr gespendet wird, werden die Einnahmen für das nächste Jahr verwendet.